Medizinische Notfälle
Kopf- und Wirbelsäulenverletzung
Sturz auf Kopf oder Rücken – Sprung ins flache Wasser
Person ansprechen – nicht bewegen – 112 rufen lassen
Der Verdacht genügt – Ersthelfende stellen keine Diagnose.
Bewusstsein und Atmung entscheiden
Bewusstlos + normale Atmung
- 112
- Atemwege sichern
- In vorgefundener Lage belassen, wenn der Atemweg frei bleibt
- Nur wenn zur Atemwegssicherung nötig: vorsichtig in stabile Seitenlage – Bewegungen von Kopf, Hals und Rumpf begrenzen
- Atmung fortlaufend überwachen

Keine normale Atmung
- 112
- Sofort reanimieren (NK-003)
- AED einsetzen (NK-004)
- Verdacht verzögert Wiederbelebung nicht
Nassbereich
- Eigenschutz – Person vor Untergehen schützen
- Kopf, Hals und Rumpf möglichst stabil halten – keine Lage erzwingen
- Schonend, aber ohne Verzögerung aus dem Wasser retten
- Bewusstsein und Atmung prüfen
- Normale Atmung: ruhig lagern, 112
- Keine normale Atmung: NK-003 / NK-004
Handeln
- Unfallstelle sichern, Eigenschutz beachten
- Person möglichst in der vorgefundenen Lage belassen – keine Position erzwingen
- Nicht aufsetzen, aufstehen oder umhergehen lassen
- Kopf und Hals ruhig halten – wache Person hält den Kopf möglichst selbst in bequemer stabiler Position
- Person ansprechen, beruhigen, zur Ruhe auffordern
- Bewusstsein und normale Atmung fortlaufend überwachen
- Notruf 112 veranlassen
- Wärme erhalten
- Betreuen, bis der Rettungsdienst übernimmt – nicht allein lassen

Lebensrettende Maßnahmen haben Vorrang
- Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung verhindert oder verzögert niemals lebensrettende Maßnahmen
- Bewusstlos + normale Atmung: Atemwege sichern – in vorgefundener Lage belassen, wenn der Atemweg frei bleibt; Seitenlage nur, wenn zur Atemwegssicherung erforderlich
- Keine normale Atmung: sofort reanimieren (NK-003), AED (NK-004) – ohne Verzögerung
Nicht tun
- Person nicht unnötig bewegen, nicht aufsetzen oder aufstehen lassen.
- Kopf oder Hals nicht gewaltsam ausrichten – nichts einrenken oder strecken.
- Wirbelsäule nicht „testen“, keine Beweglichkeitsprüfung provozieren.
- Keine Speisen oder Getränke geben.
- Person nicht allein lassen.
- Lebensrettende Maßnahmen nicht aus Angst vor Wirbelsäulenschäden unterlassen.
Warnzeichen nach Kopfverletzung
- Bewusstlosigkeit, auch nur vorübergehend
- Zunehmende Benommenheit, Verwirrtheit, Erinnerungslücke
- Wiederholtes Erbrechen oder Krampfanfall
- Auffällige Pupillenreaktion, Lähmung, Taubheit, Kribbeln
- Flüssigkeit oder Blut aus Ohr/Nase nach Kopftrauma
- Keine eigene neurologische Untersuchung – Warnzeichen genügen
Blutende Kopfwunde
- Blutung nach NK-008 versorgen – direkter Druck mit sauberem Material
- Keine unnötige Manipulation an der Wunde
- Kein starker punktueller Druck auf erkennbar deformierte Stelle
- Schwere Kopfverletzung: Notruf 112